Google-Unternehmensprofil einrichten: die Anleitung für Betriebe in Mittelhessen

Kartennadel als Symbol für das Google-Unternehmensprofil

Wenn jemand in Marburg „Elektriker in der Nähe“ sucht, sieht er zuerst eine Karte mit drei Betrieben. Erst darunter beginnen die normalen Suchergebnisse. Wer in diesen drei Einträgen steht, bekommt den Anruf — und darüber entscheidet nicht die Website, sondern das Google-Unternehmensprofil.

Deshalb rate ich kleinen Betrieben, das Profil vor allem anderen zu erledigen. Es kostet einen Nachmittag Ausfüllzeit und kein Geld, während eine Seite, die für „Webdesign Marburg“ organisch nach oben soll, Monate braucht. Ich habe mein eigenes Profil vor wenigen Tagen überarbeitet und dabei genau die Stellen gefunden, an denen es klemmt. Die schreibe ich hier auf.

Schema einer Google-Suche: oben das Kartenpaket mit drei Betrieben, darunter die normalen Suchergebnisse
Die drei Einträge oben kommen aus dem Unternehmensprofil, nicht von Ihrer Website. Deshalb wirkt das Profil schneller als jede Optimierung an den Seiten darunter.

Was das Profil kann — und was nicht

Der Rang im Kartenpaket hängt stark davon ab, wie weit Ihr eingetragener Standort vom Suchenden entfernt liegt. Das lässt sich nicht wegoptimieren. Ich sitze in Weimar an der Lahn, rund zehn Kilometer von Marburg und rund fünfundzwanzig von Gießen. Für „Webdesign Marburg“ ist das eine gute Ausgangslage; für „Webdesign Gießen“ wird mein Profil kaum in die Karte kommen, egal wie sorgfältig ich es pflege. Dort trägt eine eigene Seite auf meiner Website, nicht der Karteneintrag.

Das ist keine Fehleinstellung, sondern Geografie. Rechnen Sie also nicht damit, dass ein perfektes Profil Sie in einer Stadt sichtbar macht, in der Sie nicht sitzen. In Ihrem eigenen Ort und im Umkreis von zehn, fünfzehn Kilometern ist der Hebel dafür umso größer.

Karte mit Weimar an der Lahn im Zentrum, Marburg rund zehn und Gießen rund fünfundzwanzig Kilometer entfernt
Mein eigenes Beispiel: Für Marburg reicht die Nähe, für Gießen nicht. Das lässt sich im Profil nicht ausgleichen — dort trägt die Website.

Zwei Fallstricke bei den Stammdaten

Der Profilname ist Ihr Firmenname, sonst nichts. Nicht „Müller Elektrotechnik – Elektriker Marburg“. Zusätzliche Suchbegriffe im Namen sind der häufigste Grund für Profilsperren, und gemeldet wird das in aller Regel von Mitbewerbern, die genau darauf achten. Der kurzfristige Vorteil ist real, das Risiko aber auch: Ein gesperrtes Profil ist wochenlang unsichtbar.

Schreiben Sie Ihre Adresse überall identisch. Google gleicht Name, Adresse und Telefonnummer über verschiedene Quellen hinweg ab — Ihre Website, Branchenverzeichnisse, das Impressum. Abweichungen schwächen das Signal. Bei mir war es die Ortsangabe: Das Impressum sagte „35096 Weimar“, Google kennt die Gemeinde als „Weimar (Lahn)“. Ich habe Impressum, Datenschutzerklärung und Profil auf dieselbe Schreibweise gebracht. Solche Kleinigkeiten sind schnell erledigt, wenn man sie einmal sucht.

Adresse zeigen oder Einzugsgebiet angeben?

Diese Entscheidung fällt jeder falsch, der von zu Hause aus arbeitet. Die Regel ist einfach: Kommen Kunden zu Ihnen, gehört die Adresse ins Profil. Fahren Sie zu den Kunden, blenden Sie die Adresse aus und tragen stattdessen ein Einzugsgebiet ein.

Für Handwerker, Coaches und Dienstleister ohne Ladenlokal ist das Einzugsgebiet der richtige Weg. Google verlangt die Ausblendung in diesen Fällen ohnehin, und ein Profil mit sichtbarer Privatadresse ohne Klingelschild wird gelegentlich gemeldet. Halten Sie die Liste kurz: zehn bis zwölf Orte, in denen Sie wirklich arbeiten, wirken besser als zwanzig, die Sie einmal im Jahr anfahren.

Kategorien, Beschreibung, Leistungen

Die Hauptkategorie hat mit Abstand das meiste Gewicht. Wählen Sie die, unter der Sie gefunden werden wollen, nicht die, die Ihr Angebot am vollständigsten beschreibt. Zusatzkategorien nur dann, wenn Sie die Leistung tatsächlich verkaufen — jede weitere verwässert das Bild.

Bei der Unternehmensbeschreibung gibt es eine Regel, an der viele scheitern: Links und Telefonnummern sind in diesem Feld nicht erlaubt. Googles Richtlinie verbietet sie, und ein Text mit URL wird schlicht nicht freigegeben. Website und Terminlink haben eigene Felder und erscheinen im Profil ohnehin als Schaltflächen. Die ersten rund 250 Zeichen sind das, was auf dem Handy sichtbar bleibt — was dahinter steht, liest fast niemand. Sagen Sie also gleich im ersten Satz, was Sie tun und wo.

Wie viel von den 750 Zeichen Sie schon verbraucht haben, zeigt Google direkt im Feld an:

Beschreibungsfeld im Google-Unternehmensprofil mit dem Zähler 685 von 750 Zeichen
Meine eigene Beschreibung, 685 von 750 Zeichen. Kein Link, keine Rufnummer — beides würde die Freigabe verhindern.

Die Leistungen sind das am meisten unterschätzte Feld. Jede Leistung bekommt bis zu 300 Zeichen Beschreibung, und diese Texte sind Material, aus dem Google Antworten baut (dazu unten mehr). Schreiben Sie sie in der Sprache Ihrer Kunden, nicht in Ihrer Fachsprache.

Fotos: die häufigste Lücke

Die meisten Profile, die ich mir ansehe, haben ein Logo und sonst nichts. Dabei ist das Foto oft das Einzige, was jemand von Ihnen sieht, bevor er anruft. Zwei Aufnahmen sind wichtiger als zehn beliebige: ein Bild von Ihnen und eines von Ihrem Arbeitsplatz oder Fahrzeug. Sie beantworten die Frage, ob da wirklich jemand sitzt.

Bildschirmfotos und Grafiken sind erlaubt, gelten Google aber als schwächeres Signal als echte Aufnahmen. Ein Handyfoto bei Tageslicht reicht völlig. Achten Sie nur darauf, was im Bild sonst noch zu lesen ist — mein erster Versuch zeigte gut lesbar meinen Bildschirm samt geöffneter Suchanfrage.

Wenn Google Ihr Profil überprüft

Diesen Abschnitt schreibe ich mitten im laufenden Fall, denn er betrifft mich gerade selbst — und er hat eine Pointe, die ich so nicht erwartet hätte.

Ich habe mein Profil an einem Tag gründlich überarbeitet: Name gekürzt, Beschreibung neu, Kategorien sortiert, Fotos ergänzt, Einzugsgebiet gesetzt. Googles Antwort kam am selben Abend — „viele Änderungen am Profil“, verbunden mit der Aufforderung, das Unternehmen per Video zu verifizieren. Das habe ich getan, und seitdem steht im Dashboard der Hinweis, dass die Angaben verarbeitet werden; Google nennt dafür bis zu fünf Tage.

Daraus folgt der praktischste Rat dieses Artikels: Ändern Sie nicht alles an einem Tag. Jede einzelne Änderung war richtig und regelkonform — in der Summe sahen sie für Googles Prüfsystem nach einer Profilübernahme aus. Wer ein bestehendes Profil aufräumt, verteilt das besser über zwei, drei Wochen. Bei einem frisch angelegten Profil spielt das keine Rolle, dort wird ohnehin einmal verifiziert.

So sieht das im Dashboard aus:

Google-Dashboard mit dem Hinweis, dass die Angaben zur Verifizierung verarbeitet werden
Der Hinweis steht unauffällig über den Verwaltungssymbolen. Fünf Tage nennt Google als Dauer.

Zwei Dinge passieren währenddessen, auf die niemand vorbereitet ist. Erstens: Rezensionstexte verschwinden — und kommen wieder. Von drei Bewertungen werden mal drei mit Text ausgeliefert, eine Stunde später nur noch zwei, zeitweise nur eine. Das schwankt von Abruf zu Abruf, in der Kartenansicht wie über die Programmierschnittstelle. Die Bewertungen selbst sind nicht gelöscht — die Gesamtnote und die Anzahl bleiben unverändert bei 5,0 aus drei Bewertungen, und Googles eigener Themen-Filter zählt weiterhin zwei Rezensionen, die dasselbe Stichwort enthalten. Der Text liegt also bei Google und wird nur nicht angezeigt.

Zweitens: Beiträge lassen sich nicht mehr veröffentlichen. Wer sich vorgenommen hat, wöchentlich etwas ins Profil zu stellen, fällt für die Dauer der Prüfung aus.

Warum Google das tut, sagt Google nicht. Dass die Texte während einer Profilprüfung zurückgehalten werden, ist meine Deutung des Musters, keine bestätigte Auskunft. Praktisch heißt das für Sie: Wenn nach einer größeren Überarbeitung plötzlich Bewertungen fehlen, ist das mit einiger Wahrscheinlichkeit kein Verlust, sondern eine Wartezeit. Reichen Sie die Verifizierung ein und lassen Sie das Profil in Ruhe. Und noch praktischer: Ändern Sie nicht alles an einem Tag.

Was es nicht mehr gibt

Viele Anleitungen im Netz sind veraltet. Zwei Funktionen, die dort noch empfohlen werden, existieren nicht mehr.

Die Fragen und Antworten sind abgeschaltet. Google hat die Schnittstelle am 3. November 2025 abgeschaltet und den öffentlichen Bereich ab dem 3. Dezember 2025 schrittweise entfernt. Alte Einträge sind teils noch sichtbar, aber eingefroren; neue Fragen kann niemand mehr anlegen. An ihre Stelle tritt eine automatisch erzeugte Antwort im Profil, die sich aus Ihrer Website, Ihren Profilangaben und Ihren Bewertungen speist. Der Hebel ist damit verschoben, nicht verschwunden: Wer diese drei Quellen sauber füllt, bestimmt mit, was dort steht. Die Fragen, die Sie früher ins Profil geschrieben hätten, gehören jetzt als FAQ-Bereich auf Ihre eigene Website.

Der eigene Google-Chat ist tot, abgeschaltet am 31. Juli 2024. Seit Februar 2025 gibt es stattdessen einen Eintrag, der an WhatsApp oder SMS weiterreicht. Wenn Sie ihn nutzen: Der Kurzlink aus der WhatsApp-Business-App wird abgelehnt, Google verlangt die Adresse mit ausgeschriebener Rufnummer, also Ländervorwahl ohne Plus und ohne führende Null. Und bedenken Sie, dass Ihre Nummer damit öffentlich ist — nehmen Sie die geschäftliche, nicht Ihr privates Handy.

Vorher den Ausgangswert notieren

Bevor Sie anfangen, schreiben Sie die vier Zahlen aus den Profilstatistiken auf: Aufrufe, Anrufe, Klicks auf die Website, Routenanfragen. Ohne diesen Ausgangswert können Sie in vier Wochen nicht sagen, ob sich die Arbeit gelohnt hat, und werden es entweder überschätzen oder unterschätzen. Es dauert zwei Minuten und ist der einzige Schritt, den man nachträglich nicht nachholen kann.

Wenn Sie das Profil lieber einmal gemeinsam durchgehen wollen, statt es allein zu erraten: Ich schaue mir Ihr Profil im kostenlosen Erstgespräch an und sage Ihnen, wo bei Ihnen konkret etwas fehlt. Dreißig Minuten, ohne Verpflichtung.

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